Über uns

Bereits 2019 wurde der Tiny-Farming-Bergstedt e.V. gegründet. Unsere Bildungsveranstaltungen werden 2021/2022 von der NUE-Stiftung und von #moinzukunft - Hamburger Klimafonds gefördert.
Das Bildungsprojekt wurde mit Spendengeldern, mit privater Initiative und vielen helfenden Händen gestaltet.

Der Verein möchte einen Beitrag zu den drängenden Fragen der Klima- und Umweltpolitik und deren Verbesserung durch Information und Bildung leisten und damit der Allgemeinheit nützlich sein:

Bildungsorientierte Veranstaltungen, erlebnisaktivierendes gemeinsames Lernen, Informationsweitergabe, Diskussion und Beratung: 


  • Bildung & Aufbau von Wissen, Teilen von Erfahrungen & Informationen. Der Verein soll für die Allgemeinheit Wissen hinsichtlich der ökologisch und kulturell definierten, zumindest teilweisen Selbstversorgung mit pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln im städtischen Wohngebiet generieren und weitergeben. Damit sollen Urban-Gardening Projekte gefördert werden. Ziel ist es möglichst vielen Initiativen die Gründung zu erleichtern.
  • Informationsweitergabe und Bildung von Wissen zum Anbau und die Eigenerzeugung gesunder Lebensmittel, Ernährung, in ihrem unmittelbaren städtischen Umfeld. 
  • Der Verein soll Menschen zusammenbringen und mit Informationen und Bildung fördern, die kleinststrukturierte Landwirtschaft unter kulturellen sowie ökologischen Aspekten betreiben wollen. 
  • Landwirtschaft agiert im Spannungsfeld von Landschaft/Tierhaltung/Erträgen: Aber wie können wir dies art- und wesengerecht und nachhaltig gestalten? Das Klima schützen und an mehrere Generationen denken? 


Wir möchten Menschen vernetzen und zusammenbringen. Aufgrund der drängenden Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz und unserer Lebensmittelversorgung ist gerade ein Umdenken in der Landwirtschaft nötig. Fortschritte in der Klimaschutzpolitik werden unserer Meinung dann gelingen, wenn Menschen gemeinsam übergeordnete Ziele verfolgen können. Dabei soll auch das Wissen über die Nachteile industrieller Landwirtschaft aufgezeigt werden: Welche Alternativen zur bestehenden industriellen Landwirtschaft kann auf diese Weise eröffnet werden? Ökologisch ohne Pestizide, Insektizide, einträglich, unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung von Nachhaltigkeit, erträglich, jedoch ohne Ausbeutung von Mensch, Tier und Landschaft... wir hauchen diesen Fragen und Gedanken in unseren Bildungsveranstaltungen Leben ein und beschäftigen uns mit vielen interessanten Themen: 

- Humusaufbau hilft CO2 zu binden
- Artenvielfalt fördern
- Insekten als Helfer 
- samenfestes Saatgut
- Sortenvielfalt vs. Einheitstomate (letztes Jahr haben wir hier 32 verschiedene Sorten kultiviert)
- Permakultur: aus öden Böden werden lebendige Landschaften 
- Anbau unter Orientierung an ökologisch-biologischem Anbau
- durch regionale Strukturen lange Transportwege verhindern

Durch all diese Maßnahmen könnt ihr schmackhaftes und nährstoffreiches Gemüse anbauen. Das Gemüse kommt direkt von der Pflanze auf den Teller. 

Was ist das Besondere in unserem Gewächshaus?
Es wächst hier alles viel schneller und besser als draußen. Du hast mehr und früher einen Ertrag. Keine Schnecken/Rehe/Hasen/Kaninchen stören Deinen Anbau. Wir sehen die Verwendung von Folien in der Landwirtschaft aufgrund der Mikroplastikthematik kritisch - so auch die auch von Bio-Bauern genutzten Folientunnel. Es bestehen noch viele Ressourcen an Glasgewächshäusern, die verfallen gelassen werden (zum Beispiel im Alten Land).
Durch den Anbau in Töpfen sparen wir Wasser, haben die Kontrolle über den Mutterboden und sind mit den Gefäßen Mobil. In unseren Hochbeeten arbeiten viele Mikroorganismen für eine gesunde Ernte (durch die besondere Schichtung des Bodens).  Hummeln und Bienen sind gern gebetene Gäste in unseren Gewächshäusern. Wir fördern Wildbienen auf unserem Insektenpfad - ein 6800 qm großes Areal.

Warum Hühnerhaltung?
Wir möchten auf die Probleme der industriellen Tierhaltung aufmerksam machen. Eier und Fleisch werden sehr günstig verkauft. Die Menschen wissen nicht mehr, was es bedeutet, eine Beziehung zu Tieren aufzubauen. Wir möchten das Tier nicht als wirtschaftliches Gut sehen und es ART- und WESENSGERECHT ökologisch versorgen. Hühner in einer Legebatterie müssen jeden Tag ein Ei legen - so ist es ihnen genetisch angezüchtet worden. Der Futterbedarf dieser Tiere unter diesen Hochleistungsbedingungen ist extrem hoch. Viele Menschen wissen nicht, dass es mehr bedarf als Körner, um Hühner angemessen zu ernähren. Deswegen sind die Hühner in den Legebatterien nach 2 Jahren ausgemergelt. Hühner können aber bis zu 10 Jahre alt werden und sind nicht nur Nutz-, sondern auch liebevolle, neugierige Haustiere. Besonders berührend ist es, zu beobachten, wie Küken entstehen. Sie kommunizieren mit ihrer Mutter auch schon vor dem Schlüpfen. Ähnlich wie in der Kälberzucht, in der nicht nur weibliche Kälber geboren werden, und unter traurigen Bedingungen in andere Länder verschifft/transportiert werden, schlüpfen aus befruchteten Eiern 50 % Hähne. Es ist ein Umdenken erforderlich. Tierhaltung muss keine grausame, gewaltvolle, ausbeutende Attitüde haben. Wir Menschen können nach Lösungen suchen. Gemeinsam können wir Einfluß nehmen und etwas tun.

Anpflanzung und Ertrag im Jahresverlauf - ein Erfahrungsbericht : 
„Selbst in den Wintermonaten kann man noch diverse Salate ziehen (Pflücksalat, Postelein, Feldsalat und bestimmt weitere Sorten, die wir nur noch nicht kennen ...). Im letzten Jahr habe ich bis in den November hinein noch Tomaten eingekocht. Ende September habe ich noch einmal Herbstrüben gesät. Mal sehen, ob diese bis Weihnachten noch Rüben bilden. Diverse Kräuter überwintern auch im Gewächshaus (Ysop, Estragon, Salbei, Schnittknoblauch und verschiedene Minzsorten). Die Erdbeeren kommen auch im Folgejahr wieder. Man kann eigentlich das ganze Jahr über Gemüse aus dem Gewächshaus gewinnen, natürlich jahreszeitlich stark schwankend und verschieden, je nach Temperaturverträglichkeit der Pflanzen. Ein ganz großer Reiz ist, dass man Gemüsesorten kultivieren kann, die im Lebensmittelhandel kaum oder gar nicht zu erhalten sind, z. B. alte Tomaten-, Spinat- und Bohnensorten, Gourmetkartoffeln, Gewürzkräuter, usw. Spannend finde ich auch, dass man durch die Verwendung samenfester Sorten sein eigenes Saatgut wiedergewinnen kann und somit seine Lieblingspflanzen beliebig vermehren kann, ohne Kosten! Viele Pflanzen vermehren sich auch oder kommen wieder, ohne dass man irgendwas machen muss. Gemüse aus dem Super- oder Wochenmarkt kaufe ich nur noch selten und nach Bedarf, am ehesten im Winter.“